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Dienstag, 27. Dezember 2016

Fickemann/Langlauf/Grippaler Infekt/Flugzeuge von Brescia/Eiszeit

Das Sich-dem-Leben-Hingeben
Das Leben, wie ich es jetzt führe, ist ziemlich sinnlos, besonders stark ist mir das im Zusammenhang mit der Krankheit aufgefallen, die schon fast eine Woche kaputt gemacht hat. Ich werde daran nicht kaputt gehen, da es sich um einen mittelschweren grippalen Infekt handelt, aber wenn ich mir vorstelle, dass es auch was Schlimmeres sein könnte, das zwar nicht zum Tod, aber z.B. zur Invalidität führen könnte: Was alles hätte ich dann versäumt, und wie würde ich es bedauern!? Vor allem, da ich ein gut aussehender (bis auf die Zähne), intelligenter, junger Mann bin. Nicht übermäßig potent, aber das kann durch leicht von mir erlernbare Technik wett gemacht werden, siehe Küsskunst (ich weiß nicht, ob ich da nicht schon allerhand verlernt habe, anhand fehlender Praxis in letzter Zeit, sicherlich!), Blasfähigkeit, da geht noch jede, jeder ab, und Scharfmacher-Handspielen (bestimmt besser als die Durchschnittsprostituierte der Liebesstraße).
Die einzige Frau, die mich bis jetzt angekotzt hat, war Wlagostia F., sexuell, meine ich.

Ich habe gerade kalten Kaffee gekocht!
Willst du auch einen?
Eiskalt!

Warum ist es draußen bloß so duster?
Ich kann nicht schlafen; erst fit wie ein Turnschuh, dann hob ich mir fast ne Zerrung weg, war parallel dazu im Geiste aber immer noch fit, dann kaufte ich ein, wurde müde, dann aß ich noch was, fühle so etwas wie Fieber in mir, aber schlafen konnt ich nicht, vielleicht Sekunden-, Minutensache, noch ungewogen, definitiv habe ich Fieber.
Ungemessen zwar, aber da.

"Die Aeroplane in Brescia und andere Texte"
15 Stories, 2 - 20 Seiten, Bewertung: zwischen 5 und sehr gut (zwei unverständliche, also unwertbare Stories: "Fragment des 'Unterstaatsanwalts'" und "Skizze einer Selbstbiographie", das Händchen, der Blick fehlte), Notendurchschnitt 3 plus; Note 2 plus, da ich vom Buch gefesselt wurde und es in einem Zug durch las, einige Erzählungen zweimal.
Beim Titelstück habe ich den Verdacht, dass die Story nicht von Kafka, sondern von Brod o.a. stammt: eine lange, vollendete, so vor sich hin plätschernde Kafka-unadäquate Reisebeschreibung; die Sprachrhythmik ist untypisch, irgendwas stimmt da nicht, auch in Bezug auf die folgenden Kurzgeschichten. Separatbewertung: 3 minus. Nachwort von Reinhard Lettau: 6 minus, -noch nie hat ein Mensch Kafka so wenig begriffen wie Lettau! Dazu kommt noch seine bemerkenswerte Formulierungsunfähigkeit (3-mal gelesen).
Für einen, der Kafka nicht studiert hat, ist es schwer, den Zusammenhang, Rahmen der einzelnen Geschichten zu sehen, da keine Erläuterungen hinzugefügt wurden: reine, kommerzielle Ausbeutung des Namens ("in dieser Zusammenstellung noch nie erschienen").
Erschienen im S. Fischer Verlag, FfM 1977 (FfM heißt Frankfurt am Main, soll es zumindest heißen).